Ablaufplanung

Im Rahmen der Ablaufplanung werden Aktivitäten unter Beachtung von begrenzten Ressourcen zeitlich angeordnet und somit in eine Reihenfolge gebracht. Im betriebswirtschaftlichen Kontext wird die Ablaufplanung auch als die Bestimmung von Bearbeitungsreihenfolgen und deren zeitliche Terminierung beschrieben. Übliche Problemstellungen sind hier beispielsweise Maschinenbelegungsplanung, Projektplanung oder Personalplanung.


FLEXIBLE PROJEKTE FÜR DIE KUNDENGESCHÄFTSMODELLSPEZIFISCHE REGENERATION KOMPLEXER INVESTITIONSGÜTER

Auswirkungen der gewählten Projektstruktur auf den Gewinn

Charakteristisch für Regenerationsprozesse hochwertiger Investitionsgüter ist, dass unterschiedliche Aufarbeitungsmodi zur Verfügung stehen. Sie unterscheiden sich einerseits hinsichtlich des Ressourceneinsatzes, der Durchlaufzeit und der Kosten. Andererseits bestimmen sie die funktionalen Eigenschaften des regenerierten Investitionsguts, wie beispielsweise Lebensdauer, Einsatzsicherheit oder Energieverbrauch. Diese Anforderungen an die Regeneration und damit auch an die auszuwählenden Ausführungsmodi variieren je nach Triebwerk und Kunde. Zur Planung derartiger Prozesse kann ein Regenerationsvorhaben als ein flexibles Projekt interpretiert werden, bei dem die Projektstruktur und damit der Ausführungsmodus modellendogen bestimmt werden. 


WARTUNGSPLANUNG FÜR WINDENERGIEANLAGEN

Wartung des Rotorblatts einer Windenergieanlage (Quelle: Nordex Group)

Windenergieanlagen unterliegen während ihrer Betriebsdauer alterungs- und witterungsbedingtem Verschleiß und müssen daher in festen Intervallen von qualifiziertem Personal gewartet und ggf. abhängig vom Zustand repariert werden. Wartungs- und Reparaturmaßnahmen können hierbei auf verschiedene Weisen umgesetzt werden. Diese sogenannten Regenerationsmodi unterscheiden sich vornehmlich hinsichtlich organisatorischer Aspekte. So kann beispielsweise lediglich ein Team eingesetzt werden oder es arbeiten zwei Teams parallel an einer Anlage. Es kann zudem differenziert werden, welche Ausrüstung den einzelnen Teams vor Ort zur Verfügung steht. Dabei wird der Trade-off zwischen geringeren Kosten und einer längeren Bearbeitungsdauer durch Lieferfristen oder eine langsamere Bearbeitung berücksichtigt. Ein weiterer bedeutender Aspekt bei der Regenerationsplanung für Windenergieanlagen ist Unsicherheit der Regenerationsmaßnahmen, welche sich insbesondere durch die unbekannten Arbeitsinhalte und die wetterabhängige Zugänglichkeit ergibt.


LKW-REIHENFOLGEPLANUNG AN CROSS-DOCKING-ANLAGEN

Schematischer Aufbau einer Paketsortieranlage

Im Rahmen des Betriebs von Paketsortieranlagen gilt es eintreffende LKW Entladetoren zuzuordnen. Diese LKW sind mit Paketen für unterschiedliche Zielorte beladen. Nach der Entladung werden die Pakete sortiert und, häufig unter Verwendung von Fließbändern, zu abfahrenden LKW an verschiedenen Beladetoren transportiert. Mögliche Zielesetzungen sind die Minimierung der Gesamtentladedauer oder der Verspätung der einzelnen LKW an den Beladetoren. Bei der Zuordnung der ankommenden LKW sind unter anderem die Bandkapazitäten in der Sortieranlage und festgelegte Abfahrtzeiten der LKW an den Beladetoren zu beachten. Durch eine Flexibilisierung der Entladegeschwindigkeiten kann eine gleichmäßige Auslastung der Fließbänder erreicht werden. So können die vorhandenen Kapazitäten effizienter genutzt werden als bei der Annahme starrer Entladegeschwindigkeiten.


PLANUNG DER INSTANDHALTUNGSPROZESSE VON ROTORBLÄTTERN AN ONSHORE- WINDENERGIEANLAGEN

Die Planung der Instandhaltungsprozesse von Rotorblättern an Onshore-Windenergieanlagen ist im Bereich der taktischen Vorplanung anzusiedeln. Ziel des Projektes ist es, die Logistikkosten bei der Wartung von Windenergieanlagen zu reduzieren, die vorhandenen Kapazitäten effizienter zu nutzen und letztlich die Verfügbarkeit der Windenergieanlagen zu steigern. Dabei werden die für eine Saison einzuplanenden Instandhaltungsprozesse zeitlich so geplant, dass die Kapazitäten insbesondere der Wartungsteams unter Berücksichtigung der rechtlichen, logistischen und technischen Rahmenbedingungen bestmöglich genutzt werden. Methodisch werden hierfür mathematische Entscheidungsmodelle sowie exakte oder heuristische Lösungsverfahren aus dem Bereich Operations Research eingesetzt.